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Initiative Zukunftsfähigkeit: Unternehmenszukunft entsteht von innen heraus

“Das Problem hat ja jeder!” – diesen Ausruf höre ich immer öfter in Gesprächen über den Umgang von Firmen mit der gegenwärtigen Marktsituation. Als Organisationsentwickler und Berater spreche ich regelmäßig mit Entwicklern, die unter steigenden Anforderungen an ihre Produktentwicklung leiden, während gleichzeitig die Arbeitslast zunimmt. Die Herausforderung besteht darin, die Marktposition des Unternehmens auszubauen und die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Was früher funktionierte, klappt heute nicht mehr so reibungslos.

Das Problem ohne Namen

Kürzlich war ich bei einem neuen Kunden im Erstgespräch. Der Entwicklungsleiter für Embedded-Software beklagte, dass die Moral der Mitarbeiter stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Das Unternehmen kämpft mit Deckungsbeiträgen, und deshalb ist die notwendige Anzahl der gleichzeitig zu entwickelnden Produkte von einem auf fünf gestiegen. Nicht alle Skills sind beliebig verfügbar, so dass viele Experten an mehreren dieser Produkte arbeiten müssen. Gleichzeitig gilt es, Bugs zu fixen und bestehende Produktlinien zu betreuen. Und oben drauf noch eine Abteilungsreorganisation die helfen soll, den Herausforderungen besser zu trotzen, welche aber auf die echte Arbeit gar keinen Einfluss hat.

Das Top-Management versucht, die Existenz mit mehreren gleichzeitig zu entwickelnden Produkten zu sichern und sieht sich in der Rolle, mit Kraft die Richtung vorzugeben, um alle Herausforderungen zu meistern. Sie sind jedoch so weit von der Arbeitsebene entfernt, dass sie die Resultate ihrer Steuerungsversuche nicht beobachten können.

Für Mitarbeiter und Middle-Management fühlt sich dies nicht gut an. Sie jonglieren viele hochwichtige Tätigkeiten, ohne jedoch ausreichend fokussierte Zeit zu bekommen, wenigstens einmal eine davon auch abschließen zu können. Erfolgserlebnisse sind daher Mangelware. Noch schlimmer, die ausbleibenden Erfolge führen zu noch mehr Druck und im schlimmsten Fall zum Vorwurf, nicht gut zu arbeiten. Die psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz sinkt und in der Folge auch die Identifikation mit dem Unternehmen, da das Gefühl der Hilflosigkeit weiter steigt. Mitarbeiter werden nicht gefragt, obwohl sie diejenigen sind, die ihre Arbeit kennen und auch Alternativen liefern könnten. Begriffe wie Sisyphusarbeit oder Hamsterrad liegen auf der Zunge. Packt unser Unternehmen das? Wetten würde darauf keiner.

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Etwas benennen zu können ist die Voraussetzung zur Lösung

Dies ist in meiner Praxis kein Einzelfall. Vom Chip-Giganten über Telekommunikationsanbieter, vom Pharmahersteller bis zum Elektronikentwickler: Bei allen steigt die Anzahl der gleichzeitigen Herausforderungen, die Lösungsideen sind aber immer die gleichen: Kosten senken, noch mehr Arbeit aufnehmen. Sich verzetteln. Das treibt eine Kluft zwischen Management und Entwicklung und das gegenseitige Vertrauen schwindet. Sind Sie auch von dieser Problematik auf die eine oder andere Weise betroffen?

Das Problem, auf das ich hinaus will, ist nicht, dass es externe Herausforderungen gibt, die es zu meistern gilt. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Gemeint ist, dass den Unternehmen zentrale Fähigkeiten fehlen, mit dieser Komplexität umzugehen, sich zu fokussieren, Veränderung wirksam voranzutreiben und ihre PS auf die Straße zu bekommen. Stattdessen kommt es zu den beschriebenen Seiteneffekten wie Überlastung, Angst und Konflikten. Darunter leiden die Lieferfähigkeit des Unternehmens und auch die Mitarbeiter.

Sieben Anzeichen, dass Ihr Unternehmen mehr Zukunftsfähigkeit benötigt

Sieben Anzeichen, dass Ihr Unternehmen mehr Zukunftsfähigkeit benötigt

In der dynamischen Wirtschaft von heute ist die Fähigkeit eines Unternehmens, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und zukunftsfähig zu bleiben, entscheidend für den langfristigen Erfolg. Hier sind sieben Anzeichen dafür, dass ein Unternehmen in seiner Entwicklung möglicherweise stagniert und dringend Maßnahmen ergreifen sollte, um seine Zukunftsfähigkeit zu verbessern

Kosten-Management als einzige Antwort bedeutet, den Fortschritt aufzuhalten

Ich nenne dieses vorherrschende Lösungsmuster Kosten-Management. Die Fragen, die gestellt werden, sind immer dieselben: Sind alle ausgelastet? Wo müssen wir einstellen? Wer kann weg? Mit diesen Fragen kommt nichts Neues dazu. Manager sind typischerweise sehr risikobewusst und gerade das zwingt sie in die fortwährende Kosten-Diskussion, ohne dass sie moderne Konzepte wirklich adaptieren. Um andere Ergebnisse zu erreichen, muss aber etwas anders gemacht werden!

“The greatest danger in times of turbulence, is not the turbulence, it’s acting with yesterday’s logic”

Peter F. Drucker

Die Initiative Zukunftsfähigkeit: Das Problem besprechbar machen

Mit diesem Hintergrund habe ich die Initiative Zukunftsfähigkeit in Kooperation mit der ELEKTRONIKPRAXIS ins Leben gerufen. 

Wir sind ein wachsender Zusammenschluss von Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verlag, Verbänden, Politik und Beratung mit der Mission, Zukunftsfähigkeit gestaltbar und attraktiv zu machen. Unser Ziel ist es, den deutschen Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken und mittelständischen Unternehmen bei der Veränderung zu helfen. 

Die Initiative hilft modernen Managern und Mitarbeitenden dabei, Zukunftsfähigkeit beherrschbar zu machen: Innere Fähigkeiten, die nötig sind, um zeitgemäßes Value-Management und Kundenorientierung ohne Mitarbeiterüberlastung zu betreiben. Ziel ist ein Win-Win für alle Seiten.

Value-Management: Was moderne Manager wissen müssen

Value-Management: Externe Herausforderungen mit internen Fähigkeiten meistern

Unsere Mission ist es, Unternehmen zu helfen, über herkömmliches Kostenmanagement hinauszudenken und echte Werte (Value) und kurze Lieferzeiten (Time to Market) anzustreben, ohne sich zu überlasten. 

Value-Management umfasst Konzepte systemischer Optimierung aus Lean und Agile, um Arbeit (statt Menschen) zu managen, Bottlenecks sichtbar zu machen und über das Begrenzen gleichzeitiger Arbeit mehr Ergebnisse bei weniger Stress zu erzielen. 

Damit nicht genug, Veränderungen scheitern meist an einer kulturellen Barriere zwischen Top-Management und den darunterliegenden Schichten. Die Einführung vieler moderner Arbeitsweisen läuft sich an klassischen Erwartungshaltungen tot. Moderne Manager müssen dies verstehen und ihr Handeln sowie die Rahmenbedingungen für den Erfolg ihrer Mitarbeiter anpassen. Dies ist aus dem Bauch heraus ohne Transparenz nicht möglich. Veränderung erzeugt immer ein Risikogefühl und unter Stress fällt man erst recht auf altbewährte Handlungsoptionen zurück. Eine schrittweise, kulturbewusste Organisationsentwicklung ist deshalb im Repertoire unerlässlich wie ein passender, katalytischer Führungsstil mit einer klaren Strategie.

Die Rolle der Mitarbeitenden im Value Management

Auch die Mitarbeitenden selbst tragen eine wichtige Verantwortung im Value-Management. Es geht darum, über den Tellerrand der eigenen Aufgaben hinauszublicken und sich für das Schaffen von Mehrwert für das Unternehmen zu interessieren. Das bedeutet auch, Raum für kreative Lösungen zu schaffen und die sogenannte Slack Time einzufordern und zu nutzen – Zeiten, in denen nicht an unmittelbaren Projektaufgaben gearbeitet wird, die aber für Innovation und Reflexion entscheidend sind. Eine CPU würde ja auch nicht auf 100% Vollast gefahren werden.

Was wir erreichen wollen: Sensibilisierung und Dialog

In Gesprächen mit Mitarbeitern erlebe ich immer wieder, dass das angesprochene Problem bekannt ist, man aber selber nicht daran glaubt, dort etwas ändern zu können. Der Wunsch nach einer Stelle oder Person wird laut, die dies aufgreifen und verbessern soll. Dies gibt es in der Regel aber nicht.

Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für die bestehenden Probleme zu schärfen und sie besprechbar zu machen. Mitarbeiter auf allen Ebenen müssen ermutigt werden, miteinander in Kontakt zu treten und dem Problem einen Namen zu geben. Dies kann durch interne Kommunikationskanäle, in der Kaffeeküche aber auch durch Gespräche mit HR oder dem Betriebsrat gefördert werden. 

Ein professioneller Umgang mit diesen modernen Herausforderungen ist möglich und wir wollen helfen, dass Mitarbeiter wieder zu ingenieurmäßigem Arbeiten kommen und sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und konzentrieren können, um ihren Unternehmen mit Erfolgen bei der Zukunftsgestaltung zu helfen.

Was könnten der Entwicklungsleiter und seine Mitarbeiter im obigen Beispiel tun?

Ein Arbeitssystem aufbauen, das Arbeit transparent und den Fluss von Arbeit optimierbar macht und auf Lieferergebnisse ausgerichtet ist. Durch Messungen belegen, bei welcher Menge gleichzeitiger Arbeiten das Optimum des Systems liegt und sich als selbstbewusster Dienstleister im Unternehmen sehen, der das, was das Unternehmen braucht, schnell liefert. Schnell, weil eben nicht alles parallel ist. Das braucht Mut und ein sich Lossagen von der direkten Vorgabe, alles gleichzeitig machen zu müssen.

Ohne ein modernes Management, das versteht, dass neben dem WAS zu tun ist, auch das WIE seinen Platz braucht, klappt dies nicht. Hier versucht die Initiative zu informieren.

Die Angebote der Initiative Zukunftsfähigkeit

Ich lade Sie herzlich ein, Teil unserer Initiative zu werden. Füllen Sie bitte unsere Umfrage zur Bestandsaufnahme aus, so dass wir mehr über Ihre Situation erfahren und gezielter berichten können. Mit Ihrem Engagement tragen Sie dazu bei, dass wir gemeinsam eine Zukunft gestalten, in der Unternehmen nicht nur überleben, sondern florieren. Bei Bedarf stehen wir auch unterstützend mit Beratung zur Seite. Kleine Hilfestellungen und Erstgespräche sind kostenfrei.

Unsere Initiative bietet eine Reihe von Ressourcen und Dienstleistungen an, darunter Workshops, Beratungen, und eine Plattform für Vernetzung und Austausch. Durch unsere Artikel und Organisationsgeschichten aus der Praxis bieten wir anknüpfungsfähige Einblicke, während unsere Veranstaltungen, Webinare und Konferenzen vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten schaffen. Diese Angebote sind darauf ausgelegt, Unternehmen zu befähigen, nachhaltige Werte zu schaffen und effektiv auf Marktveränderungen zu reagieren.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen steht, sprechen Sie mit Kollegen, Human Resources, dem Betriebsrat oder einem aufgeschlossenen Vorgesetzten darüber und geben Sie Artikel und Umfrage weiter. 

Die Veränderung beginnt damit, der Herausforderung einen Namen zu geben: Zukunftsfähigkeit mit Value-Management.


Dieser Artikel ist auch erschienen in der ElektronikPraxis.

Fabian Biebl

Fabian Biebl ist erfahrener, empathischer Organisationsentwickler und Coach mit einer Leidenschaft für Lean und Agilität. Mit langjähriger Erfahrung in Konzernen und Mittelstand hat er hat einen systemischen und kulturbewussten Blick auf Unternehmen. Fabian hilft dabei, Lieferfähigkeit zu erhöhen und Arbeitslast beherrschbar zu bekommen. Für Manager und Mitarbeitende ist er ein aktiver Partner, der ihnen beim sich Verbessern und fit für die Zukunft machen hilft. Diese Motivation hat ihn auch dazu bewogen, die Initiative Zukunftsfähigkeit zu gründen. Als Keynote Speaker, Autor, Coach und Berater stellt er sein Wissen zur Verfügung.